– Wandersporttouren NRW

(share your Kayak-Experiences)

Rundkurs Lippe – Wesel-Datteln Kanal

Mal wieder auf die Lippe“ war der Gedanke. Und ohne lästiges hin und her mit den Autos zwischen Start und Ziel. Das natürlich Corona-Konform, also nur 2 Personen.

Eine Idee war schnell gefunden: Bei Hünxe auf den Wesel-Datteln-Kanal einsteigen und 14 km Richtung Osten bis zu den Kanufreunden Dorsten fahren. Dort umsetzen auf die Lippe und 17 km zurück nach Westen bis Krudenburg paddeln. Von dort mit dem Fahrrad das Auto zum Ziel holen. Das ist nur ein kurzes Stück. Keine Wehre, keine Hindernisse, nur einmal umtragen. Der Plan hörte sich sofort gut an.

Nach etwas Gepäckraum-Tetris passten unsere beiden Räder ins Auto, das Boot auf Dach, los ging es zum geplanten Ziel in Krudenburg (fürs Navi: Hünxe, ca Dinslakener Str. 13), wo wir an der offiziellen Lippe-Ein-/Ausstiegsstelle kurz vor einer Brücke unsere Räder deponierten. Weiter ging es zum Wesel-Datteln-Kanal, Navi: Hünxe, ca An der Schleuse 4 Der Einstieg bei der Schleuse Hünxe ist ein schöner Schwimmsteg und so kamen wir trocken und bequem ins Boot. Fing schon mal gut an.

Der Wesel-Dattel-Kanal ist in dem Bereich bis Dorsten hübsch. Auf unserer Seite des Kanals gab es eine niedrige Steinböschung und die Spundwände auf der andern Kanalseite waren nicht sehr hoch. Links und rechts vom Kanal überall üppige Vegetation mit blühenden Blumen, Sträuchern und Bäumen. Die Sonne kam heraus und es wurde angenehm warm. Die Fahrt machte Spaß. Interessant sind die in kurzen Abständen vorkommenden, brauchbaren Ein/Ausstiegspunkte, die auch zu Pausen einladen. Nach 14 km sind wir am „mittelprächtigen“ Steg der Kanufreunde Dorsten angelandet.

Dort war der Hausmeister anwesend und hat uns eingeladen, dort Pause zu machen und auch die Toiletten aufgeschlossen, „Kanutenglück“. Von Westen kamen inzwischen dicke Regenwolken, aber wir konnten uns und das Boot unter einem Unterstand weitgehend vor dem Regen schützen und haben dort gewartet, bis der Regen vorbei war. Liebe Grüße an die Kanufreunde und ihren gastfreundlichen Hausmeister.

Die Umtragung zur Lippe war mit ca. 500m recht lang, aber wir hatten einen guten Bootswagen und haben uns beim Ziehen des Bootes abgewechselt, also kein Problem. Beim Einstieg in die Lippe sah das schon anders aus. Die letzten 3 m waren nach dem starken Regen eine schlammige Schräge bis zu einem festen Metallgitter. Glücklicherweise haben wir erst ein paar Kanut*Innen aussteigen lassen und konnten an ihrem Beispiel sehen, wie schlammig und rutschig das Stück war. So gewarnt und die Paddel als Stützen benutzend, sind wir dann vorsichtig eingestiegen.

Auf der Lippe gab es üppige Vegetation, fröhliche Vogelkonzerte und die Sonne kam wieder hervor. Einfach idyllisch und friedlich. Man konnte problemlos die Zeit vergessen. Auf dem folgenden Stück der Lippe gibt es mehrere Stromschnellen. Aber durch den hohen Wasserstand konnte man sie problemlos und mit Spaß um- und teilweise überfahren. Das machte leichtsinnig und an einer Stelle sind wir dann nicht der Strömungsnase gefolgt. Es schrappte deutlich am Bootsrumpf und das Boot wurde kurz langsammer. Aber der Fahrtschwung half und wir waren wieder frei. Glück gehört auch zum Paddeln. An der Lippe sind Ein-/Ausstiegsstellen rar gesäht, „wildes“ Aussteigen oft nicht möglich oder aus Naturschutzgründen untersagt, so dass wir den nächsten Hagelschauer auf dem Fluss überstehen mussten.

Pünktlich vor dem Ausstieg (kein Steg, viele Kieselsteine, kein Schlamm) in Krudenburg war es dann auch trocken. Das Boot wurde auf dem Wiesen-Parkplatz verstaut und wir sind mit den Fahrrädern ca 5 km zur Schleuse Hünxe gefahren, wo das Auto parkte. Nach der langen Zeit im Kanu tat die Radfahrt den Beinen gut und die andere Sicht vom Rad auf die Landschaft war auch interessant.

Fazit : Trotz des zwischenzeitlichen Regens war das ein schöner Ausflug und die Strecke empfiehlt sich zum Nachpaddeln. Da es an mehreren Stellen möglich ist, von Lippe auf Kanal umzusteigen, kann auch eine kürzere oder eine längere Strecke gepaddelt werden.

Weitere Infos in den Gewässerführern oder bei Anne oder Heinrich.

Mai 2021